Einleitung

ELGA Infrastruktur

Der Zugriff auf die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) erfolgt nach strikten Vorgaben und umfasste eine Unzahl an kleinen Bausteinen, die zusammenspielen müssen, um dem Arzt die elektronische Gesundheitsakte seines Patienten zur Verfügung zu stellen. Überblicksmäßig wird in der folgenden Grafik die Verknüpfung der einzelnen Komponenten bzw. Beteiligten dargestellt.

Die C-BOX

Das lokale IT-System verwendet für die Kommunikation mit ELGA die C-BOX als eigene Softwareschnittstelle, die im Hintergrund läuft. Die C-BOX kommuniziert dazu mit dem lokalen IT-System. Dieses ist für die Anmeldung und Authentifizierung in ELGA notwendig. Mit der C-BOX bindet das lokale IT-System über IHE nativ an ELGA an und erfüllt alle lesenden und schreibenden Zugriffe auf ELGA bzw. kann an jeden ELGA-Bereich anbinden.

Aufgaben der C-BOX

Die C-BOX übernimmt sämtliche Aufgaben in Bezug auf ELGA inkl. einer internen Protokollierung jedes ELGA-Zugriffes und schafft somit eine Trennung zwischen lokalem Softwaresystem und ELGA. Der Vorteil liegt darin, dass die bekannten Abläufe und Arbeitsweisen nicht geändert werden und im Fall von technischer Nichtverfügbarkeit der ELGA das Arbeiten in der Arztsoftware ungehindert möglich ist. Die C-BOX übernimmt in Bezug auf ELGA folgende Aufgaben.

e-Medikation

Abrufen von Verordnungen, Abgaben und der Medikationsliste, Abholen einer eMED-ID (diese ist Voraussetzung für das Speichern von e-Medikationsdaten in ELGA), Speichern von Verordnungen, Abgaben und Pharmazeutischen Empfehlungen, Stornieren von Verordnungen und Abgaben. Zusätzlich verfügt die C-BOX über eine interaktive Oberfläche (über Webbrowser) um Daten aus der Medikationsliste zu importieren und die Anzeige des CDA-Dokuments „Medikationsliste“ (siehe Punkt 3.4 e-Medikationsliste (CDA) anzeigen) im ELGA-Referenz-Stylesheet. Die C-BOX unterstützt zudem das Prefetchen von eMED-IDs in einen Puffer. Dadurch werden jegliche Zeitverzögerungen in der Rezeptierung eliminiert, da das Hochladen von Verordnungen und Abgaben ebenfalls im Hintergrund erfolgt. Zusätzlich bietet die C-BOX zur Abgabe von fremdverordneten Medikamenten einen Dialog.

e-Befunde

Abruf der Dokumentenliste (Metadatenliste), Abruf von Dokumenten, Speichern von Dokumenten (im Zuge dessen wird der Patient im lokalen Patientenindex angelegt bzw. aktualisiert, die Metadaten aus den CDA-Inhalten automatisch erstellt und das Dokument im Repository des ELGA Bereichs abgelegt), Stornieren von Dokumenten.

Weitere Zusatzfunktionen der C-BOX

  • Vorladen: um Wartezeiten zu verringern, können die ELGA-Daten (wie Medikationsliste, Dokumentenliste, etc.) im Hintergrund in einen Cache geladen werden (Prefetch)

  • lokale Protokollierung: alle Transaktionen in Richtung ELGA werden protokolliert, ebenso Antwortzeiten, etc.

  • einfaches ELGA-Session-Handling: umfasst die Anmeldung bei ELGA unter Berücksichtigung sämtlicher Vorgaben aus dem ELGA-Berechtigungssystem

  • Melden und Verwalten von ELGA-Kontaktbestätigungen, Delegieren von ELGA-Kontaktbestätigungen (z. B. an dritte Leistungserbringer wie Labor oder pathologische Institute, etc.)

  • Verwaltung des Situativen Opt-Out (durch Statusverwaltung und Druck des Widerspruchsdokuments)

  • Statusverwaltung zu Dokumenten und Medikamenten (z.B. neu, abgerufen, importiert)


Zudem behandelt die C-BOX den Umgang mit CDA-Dokumenten. Die C-BOX übernimmt für e-Medikation die Aufgabe aus den hochzuladenden Verordnungen und Abgaben, CDA-Dokumente in der vorgegebenen ELGA-Interoperabilitätsstufe und laut ELGA-Implementierungsleitfaden zu generieren. Beim Abholen von Daten aus ELGA (e-Befund oder e-Medikationsdaten) erkennt die C-BOX die entsprechende Interoperabilitätsstufe und zeigt die Dokumente im passenden GUI an (z. B.: handelt es sich um ein CDA-Dokument Level 3 - EIS Full Support wird das entsprechende ELGA Referenz-Stylesheet geöffnet, bei eingebetteten PDF-Dateien wird der entsprechende Link aufgelöst und in einem PDF-Viewer dargestellt). Die C-BOX identifiziert ebenfalls, ob ein bestimmtes ELGA-Dokument bereits über die gerichtete Befundkommunikation in das Arztsoftwaresystem übernommen wurde und vermeidet Dubletten im lokalen System.